Skip to content



Ach, schenkt mir doch einen Laptop (besser gleich eine Workstation)

Vom Schreiben kann man offenbar nicht leben. Und der neue Laptop (Notebook oder was auch immer) muss dann per „Fundrising“ beschafft werden. Oh, meine Workstation ist inzwischen auch etwas angejahrt. Wie wäre es mit etwas 4.000 Euro? Oder besser: Schenken Sie ihn mir doch gleich eine nagelneue Workstation. Sie werden auch als Sponsor erwähnt.

Nein, es ist nicht ernst gemeint. Etwas Feedback wäre trotzdem schön.


Etwas über die Erektion

scharf und griffig: paprika

Ein Penis ist für die meisten Frauen zu Anfang nicht unbedingt schön, nicht wahr? Man gewöhnt sich aber an seinen Anblick. Und nicht nur an seinen Anblick, sondern auch an … nun ja, ich weiß ja nicht, was ihr da schon so alles angestellt habt. An dem Geruch, dem Geschmack vielleicht? Sagtest du gerade: „Daran werde ich mich nie gewöhnen?“ Nun, dann lass es heraus, und zwar durch den Mund deiner Figur. Sie darf alles ausprobieren, aber auch Aktivitäten ablehnen. Erotik bedeutet nicht, alles zu schlucken, wenn ich das mal so unverblümt sagen darf.

Wenn du noch wenig Erfahrung mit dem hast, was am Mann dran ist, dann lass dir dies sagen: Nur wenige Exemplare würden einen Design-Wettberwerb gewinnen. Und die wirklich Schönen sind erst schön, wenn sie steif sind. „Ein schlaffer Penis ist so erregend wie ein Geschirrtuch“, schrieb gerade eine Autoren-Kollegin. Nun ja, mag sein. Aber er existiert, und es ist der Normalzustand. Er kann zum Beispiel als Zwerg erscheinen und erst durch die Berührung von sinnlichen Händen zur gewünschten Größe gelangen. Nur mal als Tipp: Männer haben nicht immer einen „Steifen“, und sie bekommen ihn auch nicht automatisch, wenn deine Figur ein tief ausgeschnittenes Kleid trägt.

Beschäftige dich ein wenig damit. Versuche, herauszufinden, wie lange es dauert, bis eine Erektion vollständig gelingt, und wovon dies anhängig ist. Und wie lange es dauert, bis ein Mann nach dem ersten „Schuss“ wieder voll funktioniert. Wenn du zu Hause ein passendes „Objekt“ hast, dann kannst du es an ihm probieren, ansonsten – lesen bildet. Geh aufs Ganze: Deine Figur sollte wesentlich mutiger sein als du selbst.

Sinnliche Frauen verführen heutzutage aktiv, das heißt, sie werden nicht ständig verführt – da liegt noch viel Arbeit vor allen schreibenden Frauen, nicht wahr? Und um einen Mann zu verführen, reichte es manchmal eben nicht, gut auszusehen und Schlafzimmeraugen zu machen. Also, was hindert dich, deine Figur dazu zu bringen, einen Mann mal richtig „handfest“ zu verführen?

Mind The Gap – schreiben über den Busen

Moderne Zurschaustellung der Brüste
Ein „Gap“ ist ein Zwischenraum, der zumeist ein Gefälle beinhaltet. Man könnet ihn auch eine „Spalte“ nennen, aber das will ich aus verständlichen Gründen hier vermeiden. Sie werden sich sicherlich fragen, was „Mind the Gap“, mit dem Busen zu tun hat. Nun, wenn Sie einmal London besucht haben und dort U-Bahn gefahren sind, schallt es Ihnen entgegen: „Mind The Gap“ – achten Sie auf die Vertiefung, die zwischen ihrem Ausstieg und dem Bahnsteig besteht.

Und damit sind wir exakt beim Busen. Selbiger ist, wie wenige wissen, eigentlich ein Phantom. Denn er ist im Grunde genommen nur die Vertiefung zwischen den weiblichen Brüsten. Da sagen jedenfalls die Busen-Puristen. Das Problem ist nur: ohne Brüste keine Vertiefungen, und so existiert der weibliche „Busen“ nicht wirklich, sondern nur als eine Vorstellung, gebildet von den inneren Hälften beider Brüste, und öffentlich nur sichtbar, wenn diese Brüste entsprechend zur Schau gestellt werden.

Die Welt des Dekolletés

Womit wir beim Dekolleté wären. Vergegenwärtigen wir uns, dass es Zeiten gab, in denen man den weiblichen Körper so gut wie von Hals bis Fuß verdeckte, und ihm sogar noch Handschuhe mitgab, sodass es nur die Gesichtshaut zu besichtigen gab.

Sehen sie, und genau in diese Lücke, sticht dann der Busen. Je nach Mode wurden die Brüste entweder züchtig verdeckt oder leicht betont, und wenn eine Dame ein Dekolleté trug, dann zunächst nur, um die Brustansätze zu zeigen, aber keinesfalls den Busen. Dennoch wagten es einige Damen, wie wir aus einer Predigt von Abraham a Sancta Clara entnehmen können, ein Kruzifix tatsächlich so tief „im Busen“ zu tragen, dass dieser wetterte (1,2):

Viele von euch haben den bösen Gebrauch, daß sie zwischen den nackten Brüsten Demantkreuzlein oder güldene, geätzte Kurzifixlein herabhängend tragen. Heißt das nicht Christentum noch heutigen Tages zwischen zwischen zweien Mördern hängen?


Nun, soweit der Prediger, den ich nur zitiere, weil die Damen in Wien, wo die Predigt gehalten wurde, ganz offensichtlich so zu sehen waren. Das Kruzifix hing also erkennbar zwischen den Brüsten, also im Busen.

Schöner "Busen"

Sobald das Dekolleté also den Spalt zwischen den Brüsten sichtbar präsentierte, sorgte der „Einschnitt“, also der Busen, für Aufmerksamkeit. Es dürfte kein Geheimnis sein, dass moderne „Büstenhalter“, die dazu dienen, die Brüste in den Vordergrund der Betrachtung zu ziehen, nicht nur die Brüste anheben, sondern sie auch zusammendrücken, sodass der Zwischenraum nahezu verschwindet und die Brüste besonders voluminös wirken.

Die Erotik des Busens

Da wäre noch die Erotik des Busens, namentlich jenes Teils, der nun wirklich den Zwischenraum darstellt. Einst diente er, wie wir schon hörten, wirklich dazu, die Neugierde auf den umschließenden Teil zu wecken. Dabei hatte das „Tiefe Dekolleté“ noch den sinnlichen Effekt, die Linie nackter Haut gedanklich zu verlängern, was den Herren gelegentlich die Röte ins Gesicht schießen ließ, wenn sie sich bei dem Gedanken ertappten. Die Damen wussten dies sehr wohl und ließen den hängenden Schmuck schon deshalb möglichst tief „im Busen“ baumeln.

Wunschbild aus dem 1900 Jahrhundert
Um schließlich noch sehr intim zu werden: Große Brüste mit einem entsprechend tief eingeschnittenen Busen raubten schon manchem Mann den Atem. Nicht nur symbolisch, sondern durchaus auch dann, wenn seine Nasenspitze auf dem Brustbein ruhte und die Dame ihre Brüste fest zusammendrückte. Nun ja, Männer haben eben manchmal seltsame Gedanken und ich erspare Ihnen allen heute wirklich, noch tiefer in die Materie einzusteigen.

Zurück zur Literatur: Wann immer wir in der erotischen Literatur den „Busen“ finden, klingt das Wort etwas „angekitscht“. Der wogende Busen, der schneeweiße Busen, der „Busen, dessen süßes Rund sich wie Seide anfasst und wie Elfenbein glänzt" – das alles wirkt etwas schwülstig. Eines der frühen Lobesgedichte auf die Brüste, den Busen und die Brustwarzen stammt übrigens von Clément Marot, der 1535 eine der schönsten Oden an die weibliche Brust verfasste. Wer dies heute tut, wird vermutlich verdächtigt, ein chauvinistisches Schwein zu sein. Ach, doch nicht? War da nicht das Hohelied Salomons?

Deine Brüste sind wie zwei Kitzlein,
Wie die Zwillinge einer Gazelle,
Die in den Lilien weiden.


Nun gut lassen wir es für heute. Versuchen Sie, den Busen aus ihrem Wortschatz zu entfernen. Schon das Wort fühlt sich merkwürdig an, und ich denke, dass sich der Busen für ihre Leser(innen) dann genau so anfühlt.

(1) Demantkreuz – mit Diamanten besetztes Kreuz, aber kein Kruzifix. (2) Zitiert nach "Sittengeschichte des Intimen" Wien/Leipzig ohne Datum

Wenn Sie die sozial korrekte Sprache nicht mögen

Wenn Sie die sozial korrekte Ausdrucksweise nicht mögen und noch eine echte, direkte und zupackende Sprache beherrschen, dann sind Sie wahrscheinlich recht gut geeignet für erotische Literatur.

Glauben Sie doch bitte nicht, dass in der Erotik jemals „sozial korrekt“ vorgegangen wird. „Darf ich jetzt Ihre Oberschenkel küssen, oder hat es eine andere Bedeutung, dass sie Ihren Rock so weit hochgeschoben haben?“ Nein – das gibt es nicht in der Wirklichkeit – es ist absurdes Theater, getragen von einer kleinen Gruppe radikaler Feministinnen.

Der Lust-Dschugel ist heiß und feucht - und bietet unkalkulierbare Abenteuer

In der geschriebenen Erotik herrschen die Gesetze des Dschungels: Er nähert sich ihr, und sie lässt es zu, oder eben nicht. Wenn er ihr zu nahe kommt, kann sie sich seiner Begierde unterwerfen und ihre eigene damit stillen. Oder sie kann Ausflüchte inszenieren, um der Sache eine gewisse Dramatik zu verleihen. Sie kann auch „nein“ sagen – aber dann haben Sie die Chance verpasst, eine erotische Geschichte aus der Szenerie zu entwickeln. „Absolute Übereinstimmung“ in Emotion, Geist und Körper beim „Wollen“ gibt es nur in den Hirnen von Sektierern. Auf jeder anderen Ebene gibt es Mehrdeutigkeiten. Eine eindeutige erotische Geschichte ist so lustlos wie eine Klosettbürste. „Soll ich dich vögeln?“ „Ja, bitte“. „Dann sei so lieb und zieh dienen Slip aus.“ Das ist keine erotische Geschichte, nicht wahr?

Jede erotische Begegnung enthält Momente des Zweifels

Erotische Geschichten müssen in der einen oder anderen Art „zweifelhaft“ sein. Sie müssen Fragen offenlassen, nicht beantworten. Es gibt vor nahezu jeder erotischen Begegnung eine Phase des möglichen Irrtums, des Zweifels, der Unsicherheit. Und zwar nicht nur emotional, sondern durchaus auch körperlich. Sagen wir es direkter: Nicht immer, wenn der Penis steif ist, kommt automatisch der Moment, in dem sein Erscheinen auf der Bühne entzücken auslösen würde. Möglicherweise schieben sie gerade einen Bissen Mousse auch Chocolat in den Mund, wenn es Ihnen passiert. Und Sie müssen warten, bis der Kellner die Rechnung bringt und Sie im Taxi sitzen. Oder noch länger. Und dann muss erst alles neu aufgebaut werden. Und vielleicht ist sie dann nicht mehr geil. Oder war es sowieso nicht.

Frauen sagen nicht, dass sie geil sind. Jedenfalls meistens nicht. Sie warten, bis der Mann es entdeckt – oder solange, bis er glaubt, ihre Geilheit sei ausschließlich auf seine Berührungen zurückzuführen. Womit ich nicht sagen will, dass eine Geschichte, in der eine Frau offensiv und auf die härteste Tour verführt, kein Thema wäre. Schreiben Sie darüber? Dann lassen Sie alle Schranken des „Wohlanstands“ fallen und verwenden Sie die „schmutzigsten Worte“, die Sie kennen.

Verführungen werden oftmals auf „kurzen Wegen“ beschrieben, gleich, ob ihre Heldin selbst eine begnadete Verführerin ist oder ob sie verführt werden soll. Wesentlich interessanter wird Ihre Geschichte, wenn am Anfang nicht klar ist, wer wen und vor allem wozu verführen wird. Ob Ihre Heldin von einem Mann, von einer Frau, einem Paar oder einer Gruppe eingeladen wird – geht es dabei überhaupt um körperliche Lust? Wenn ja, worauf wird es hinauslaufen? Wird sie situativ spüren: „Ich will jetzt verführen?“ Oder wird sie, ebenfalls situativ, erkennen, dass sie verführt werden soll? Wird sie sich darin fügen? Wird es ihr widerstreben? Wird sie dennoch einwilligen, weil sie neugierig ist?

Männer sind keinesfalls froh, wenn sie "Vögelsubjekte" sein sollen

Frauen schreiben gerne über die Entwicklung der Heldin. Doch ganz selbstverständlich kann die Geschichte auch aus der Sicht des Mannes als aktivem Verführer oder als Verführtem beschreiben werden. Gleich ob „sein“ Verführer weiblich oder männlich ist oder gar ein Paar – auch Männer wollen sich nicht als bloße „Vögelsubjekte“ fühlen. Sie erleben, genau wie Frauen, innere Widerstände und zeigen äußere Reaktionen. Nicht immer ist der Jüngling nach der Reifeprüfung bereit, eine zweite Reifeprüfung im Bett einer ältlichen Freundin zu überstehen. Und die dunkelhaarige, stark geschminkte alkoholgeschwängerte und notgeile Cougar wird oftmals feststellen, dass sie im Schlafzimmer eher eine gewisse Ernüchterung bei ihrem Toyboy feststellt, die sich auch durch mündliche Nachhilfe nicht beheben lässt.

Das Liebesleben kennt keine soziale Korrektheit. Es ist überraschend wild und frivol und ebenso schnell wieder enttäuschend und ablehnend zu den Heldinnen und Helden im wahren Leben. Und wenn es richtig schick ist, dann ist es feucht, schmutzig und wollüstig.