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Erotisch schreiben – und dabei geil werden oder nicht?

Eigentlich sind sich alle Autorinnen einig: Wenn du geil bist, schreibst du besser, und je geiler du wirst, umso intensiver spürt das auch deine Leserin. Die bloggende Erotik-Autorin Isabelle Lauren schreibt:

Um Erotik zu schreiben, muss ich geil werden, während ich sie schreibe. Sonst ist es Müll, jedenfalls nach meiner Meinung. Bestenfalls langweilig schlimmstenfalls peinlich.


Das meinen auch die Lehrmeisterinnen. Elisabeth Benedict (1)lehrt:

Es ist –wirklich! – in Ordnung, wenn Sie beim Schreiben erregt werden.


Am besten ist, du lässt dien Figur einfach los – sie muss so erregt sein, wie du nie wirst, und so geil, dass deine Leserinnen unruhig auf ihren ICE-Sitzen herumrutschen, wenn sie dein Buch auf dem E-Reader lesen. Natürlich nicht durchgehend, aber immer dann, wenn du einen erotischen Höhepunkt beschreibst.

Ich habe dazu noch einen Tipp: Vergiss die Rechtschreibung und jede literarische Überlegung, während du den ersten Entwurf schreibst. Bring alles erst später in eine sinnliche Form, die deinen eigenen Ansprüchen an Stil und Wortwahl gerecht wird. Du wirst schnell herausfinden, wie intensiv deine Geschichten plötzlich werden. Und du darfst ruhig annehmen: Was dich geil macht, reizt auch ein paar Tausend andere Frauen.

(1) Erotik schreiben - wie Sex-Szenen literarisch gestalten, New York 2002.

Liebesgedicht "Mein Geheimnis"

Du suchst nach meinem Geheimnis?

Die Wärme zwischen den Schenkeln,
Die Reibung der Haut an der Haut,
Der Duft von Sex und Verlangen.

Willst du mein Geheimnis kennenlernen?

Ich will ein Wort von dir hören,
Die Geste, die mich einlädt,
Die Augen, die mir sagen: „Komm.“

Das ist mein Geheimnis.


Hinweis: Aus der Entrümpelung unseres Archivs - sehr hübsch und anoym

Die Gefühle eines Mannes vor den ersten Schlägen

Warten, warten ... und dann schmerzlich genießen ...
Eine sinnliche Geschichte? Nicht das Übliche, sondern eine, die von den Gefühlen devoter Männer handelt. In ihr passiert - gar nichts. Alles findet im Gehirn statt.

Egal, ob deine Herrin im Spiel als Aufseherin, Lehrerin, Kittelträgerin, Gouvernante oder feine Lady auftritt, du fühlst dich immer erbärmlich, weil sie von Anfang bis Ende eine Dame bleibt. Und du? Du bist ein elendes Stück Dreck, ob du sie nun dafür bezahlst oder ob sie dich braucht, um ihre Machtgelüste zu befriedigen. Ich weiß ja nicht, wie schön dein Körper ist, und wie du dich sonst fühlst, wenn du dich vor einer Frau ausziehst. Vielleicht bist du ja schöner als ich. Mein Körper ist hässlich, ich habe zu viel Fett am Bauch, und im Schritt habe ich nichts, was irgendjemand gerne sehen wollte. Ein kleiner Penis, ungleiche Hoden, mäßig gepflegte Haare und eine unreine Haut.

Wenn du dich schlagen lassen willst, musst du dich ausziehen. Meistens musst du es selbst tun, und nur selten entkleidet sie dich. Und sollte sie dies tun, wird sie alles daran setzen, dich dabei zu erniedrigen. Dann stehst du da, und musst dich inspizieren lassen. Der spöttische Blick einer erfahrenen Frau ruht auf dir. Sie hat schon hässlichere Hoden und winzigere Penisse gesehen, aber auch schon deutlich größere und hübschere.

Du wartest darauf, dass du dich endlich über ihre Knie legen darfst, über einen harten Bock oder eine weiche Strafbank. Die Hauptsache ist, es geht bald los. Es ist so, als wenn du in einer medizinischen Ambulanz auf einen Eingriff wartest.

Das Warten gehört dazu. Egal, was du gewollt hast oder was sie dir zugedacht hat, du musst warten. Mit nacktem Gesäß, das sich ihren Händen und Stöcken, Klatschen und Peitschen entgegenstreckt. Du wartest auf Zeichen, auf Geräusche. Deine Angst wächst mit jeder Sekunde, in der nichts geschieht. Manchmal spürst du keinen Luftzug, hörst sie nicht atmen und vernimmst kein Zischen des Rohrstocks oder der Peitsche, die in die Luft geschlagen wird, um dich zusätzlich zu ängstigen.

Du hoffst auf eine Vorbereitung, ein Aufwärmen von ihrer Hand. Es ist eine Sensation für sich ist und eine Geste der Liebe, wenn sie dir den wundervollen Hautkontakt schenkt. Da kommt alles zusammen: Genuss und Schmerz , Lust und Erniedrigung. Nähe und Träume. Doch dann ist wieder Ruhe. Dein Körper schwankt zwischen Erwartung, Furcht und Flucht. Je hinterhältiger deine Herrin ist, umso länger wird sie dich warten lassen, bis die eigentliche Züchtigung beginnt.

Irgendwann, wenn du es gar nicht mehr erwartest, wird sich dein Körper aufbäumen, nachdem du den Schlag zwar gehört, aber sonst kaum wahrgenommen hast. Dann wird der Schmerz von dir Besitz ergreifen, und du wirst versuchen, nicht zu schreien. Du lokalisiert den Schmerz erst nach und nach. Wenn sie heftig zuschlägt, wird dein Hintern in Kürze heftig brennen. Wenn dir der Schmerz richtig gut tut, dann geht er dir durch Mark und Bein. Noch schreist du nicht. Noch genießt du nicht. Noch schwebst du nicht. Ein paar Schläge weiter wirst du wissen, ob du heute schreien wirst, in Tränen ausbrechen, um Gnade winseln oder gar das Sicherheitswort sagen, um all dem ein Ende zu bereiten. Oder du wirst die Schläge genießen, die nun Schmerz, Wonne und Wollust in dir ausgelöst haben.

Und am Ende wirst du ihr danken, gehen und hoffen, dass du wiederkommen darfst, oder abermals das Geld übrig hast, sie zu bezahlen.

Die Story ist ein Produkt der Fantasie, gefunden in einem Amateur-Archiv und leicht aufbereitet.

Sex und Lust - was du fühlen kannst, ohne es erlebt zu haben

Sogar das Gefühl der Nacktheit kann durch die Vorstellungskraft überhöht werden
Du kannst nicht alles erfühlen, was deine Heldin fühlt. Richtig?

Aber vielleicht kannst du die folgenden Gefühle abwandeln.


10 ganz gewöhnliche Gefühle, die du auf Sex umsetzen kannst


1. Nackt sein und sich unwohl dabei fühlen.
Du bist sicher manchmal nackt, nicht wahr? Und nun stell dir vor, du wärest unfreiwillig nackt und dass ein Augenpaar auf dich gerichtet ist. Oder mehrere Augenpaare. Sie starren dich an. Wie würdest du reagieren oder wie hast du reagiert, als dir das schon einmal passiert ist?

2. Schämen und Schamgefühle verstärken
Wahrscheinlich hast du dich ab und an geschämt. Das, was deine Heldin Heldin erbeben wird, ist nur eine Steigerung davon - mit Blutwallungen in den Wangen und dem Gefühl, „im Boden zu versinken“.

3. Verführen – verführt werden
Überleg dir, wann du deinen Bruder, deine Schwester oder Spielkameraden zu irgendetwas mit Versprechungen überredet hast. Zum Beispiel etwas zu stibitzen, etwas zu sagen, etwas zu tun oder ähnlich. Es muss sich nicht um eine Verführung zu Doktorspielen handeln – aber solltet du dich erinnern können, umso besser. Umgekehrt kannst du überlegen, wann du jemandem etwas zuliebe getan hast, ohne eigentlich zu wollen.

4. Ekeln - Nahrungsmittel eignen sich.
Ekel und Lust liegen nahe beieinander, besonders bei Körperflüssigkeiten im oralen Austausch. Es reicht normalerweise, an eine Aversion gegen bestimmte Lebensmittel (Knoblauch, Fisch, bittere Spargel, Austern) zu denken, um den Ekel zu beschreiben.

5. Penetriert werden - was du vielleicht noch kennst.
Wer noch das Fieberthermometer im Hintern kennt, das Einführen von Medikamenten und Pseudo-Medikamenten, wird besten wissen, wie sich „anale Penetration“ sozusagen „im Kleinen“ anfühlt. Selbstversuche mit Dildos sind meist ungefährlich, eröffnen aber neue Gefühlswelten.

6. Sich gefesselt fühlen und gefesselt sein.
Bist du schon einmal von einem Zahnarztstuhl während der Behandlung aufgestanden? Oder bim Theater während der Vorstellung? Oder auf einem Festbankett während einer großen Rede? Warum nicht? Weil du mit dem Anstand gefesselt warst, nicht aufzustehen. Das sind „innere Fesseln“. Äußere Fesseln kannst du simulieren durch zu enge Kleidung (Korsetts), High Heels, die dich beim Laufen hindern, oder einfach dadurch, die Fesselung zu simulieren. Nimm beispielsweise die Hände auf dem Rücken zusammen und erprobe, was du dann noch tun kannst und was nicht.

7. Gefoltert und malträtiert werden. im Alltag
Hattest du schon einmal eine äußert schmerzhafte oder unangenehme medizinische Untersuchung oder eine kleine Operation, bei der die örtliche Narkose nicht ausreichte? Ist dir beim Zahnarzt schon mal hören und Sehen vergangen? Wurdest du mit elektrischen Strömen behandelt? All diese Erfahrungen kannst du abwandeln. Manche Frauen haben auch einen Horror vor Sportgeräten – das lässt sich ähnlich abwandeln.

8. Befehle ausführen – sich entwürdigen lassen.
Erinnere dich an eine Situation in der Jugend, in der du dich gezwungen fühltest, Befehle und Anweisungen auszuführen, die dir widerstrebten. Entsprechend kann dies auch Erwachsenen bei Trainern und Therapeuten passieren.

9. Bisexuelle Erlebnisse - ganz gewöhnlich.
Frauen haben meist irgendwelche intime Erlebnisse mit andern Frauen gehabt, wenngleich diese nicht sexueller Natur sein müssen. Knüpfe einfach daran an. Wenn du über Frauen schreibst, die passiv Cunnilingus ausüben – es ist genau, als wenn es ein Mann tut. Und für einen Mann ist Fellatio von einem Mann zu empfangen genauso, als wenn er ihm eine Frau gönnt. (Jedenfalls, wenn du ihm die Augen verbindest). Anal fühlt sich etwas unterschiedlich an bei Frau und Mann, aber erst nach dem Einführen.

10. Schläge - selbst ist die Frau.
Bei ihnen hilft der Selbstversuch – mit äußerster Vorsicht, versteht sich. Falls du jemals geschlagen wurdest, und sei es leicht oder im Spaß – nutze diese Erfahrung! Schläge von anderen werden immer intensiver empfunden als „Selbst-Flagellationen“.

Mehr?
Fast alles andere kannst du an dir selbst ausprobieren, ohne dich entwürdigen zu lassen, und manchmal kann eine wirklich gute Freundin helfen, besonders bei Fesselungsszenen.

Bild: Teil einer Illustration von Topfer (Oberteil)

Mitschreiben?

Wir haben einen recht netten Ansatz für einen Roman über eine Verführerin. Sie ist eine sehr gebildete Frau, lebt in einer schönen Villa im Schwarzwald und ist aufgrund einer Erbschaft finanziell unabhängig. An ihrem fünfzigsten Geburtstag hat sie begonnen, erotisch zu schreiben, doch ihre Erfahrungen reichen noch nicht aus, um in die Winkel der Lüste einzudringen und sie auszuleuchten.

Sie beschließt, zunächst einmal schöne junge Frauen einzuladen, die sie für mitteilsam und offen, aber auch für bi-neugierig und verführbar hält. Aus den Erfahrungen mit diesen Frauen sollen dann Kurzgeschichten entstehen, die weitaus erotischer ausgeschmückt werden, als sie unsere Schriftstellerin erlebte. Die Figuren erleben also in der Fantasie der Schriftstellerin erotische Höhenflüge, während die Verführungen im wirklichen Leben recht hakelig sein können. Davon lebt die gesamte Geschichte.

Fragt bitte noch nicht, wie, wann und wo wir veröffentlichen wollen – wir wollen erst mal gucken, ob überhaupt Interesse besteht.